Karmel St.Josef

Das Hostien-Backen ist eine der wichtigsten und dem kontemplativen Leben am besten entsprechende Arbeit. Sie ist  ein wichtiger Teil des Apostolates der Karmelitin, und stellt zugleich die Hauptgrundlage für ihren Lebensunterhalt dar. Es darf allerdings betont werden, dass es dabei nie um "Gewinn" geht und gehen darf.

Wir stellen im Jahresdurchschnitt ungefähr 100.000 Priesterhostien und ca. 3,000.000 Laienhostien her.

Unser neuer Backautomat bewegt 8 Platten auf einem Rad;  jede der Platten kann extra programmiert werden - und trotzdem werden alle in der gleichen Zeit - während einer Radumdrehung - fertig. Das ist ein enormer Vorteil, sowohl kräftemäßig als auch bezüglich der erarbeiteten Menge.

 

Beobachten wir nun die einzelnen Arbeitsschritte ...

In einer großen Zentrifuge, - sie fasst an die 18 l Wasser - wird pro Tag fünfmal der Teig zubereitet. Hostien werden nur mit Wasser und reinem Weizenmehl bereitet unter Ausschluss jeglicher anderer Zugaben. Der Teig wird in großen Behältern zur Backmaschine gebracht.

Ein Schlauch wird in den Teigbehälter eingeführt; mittels Druckpumpe gießt er die genau programmierte Teigmenge automatisch auf jede ebenso automatisch sich öffnende Backplatte.

Während einer Radumdrehung werden die Platten ausgebacken.  Kommt eine Platte an einer bestimmten Stelle der Umdrehung an, öffnet sie sich automatisch. Die Schwester nimmt die - brennheiße - Platte ab, reinigt die Ränder vom Teigüberschuss und sortiert sie in vorbereitete Körbchen ein.

Wenn die Hostienplatten aus dem Backautomaten kommen, sind sie knackhart und sehr zerbrechlich. Um die Hostien ausstechen zu können, muss man die Platten zunächst befeuchten. Dies geschieht in einem kleinen Raum, in dem das Backergebnis z.B. eines halben Tages gesammelt wird. Dann wird Dampf in den Raum eingeleitet. Es ist eine sehr heikle Sache, den genauen Feuchtigkeitsgrad zum Ausstechen zu erzielen. Bleiben die Platten zu hart, dann brechen und bröseln sie beim Ausstechen; sind sie zu feucht,  kleben sie zusammen, bzw. verliert die Prägung an Qualität.

Bei diesem Arbeitsschritt geht es nicht nur um materiell gute Qualität; hier spielt die Dogmatik  mit herein: es muss vermieden werden, dass Brösel und dergleichen Reste von dem zum Leib des Herrn gewandelten Brot übrigbleiben.

Die richtig befeuchteten Hostienplatten werden, - je nach ihrer Stärke - zu 20 bis 30 Platten in einen gut passenden Holzrahmen eingelegt. Der Hostienbohrer bohrt sich per  Fußtritt durch alle Platten durch, sodass die ausgestochenen Hostien durch eine Röhre in einen Auffangbehälter gleiten können. Da diese Arbeit erhebliche Kraft erfordert, wird sie durch einen Kompressor unterstützt.

 

Die ausgestochenen Hostien werden nun überprüft und die Fehlerhaften  entfernt. Dann sind sie zum Verkauf und Versand bereit. Die Hostien werden  je nach Bedarf zu 100 oder 1000 in Säckchen und/oder Schachteln abgepackt. und warten darauf, als Brot des Lebens vielen Menschen in Freud und Leid Kraft und Gnade auf ihrem Weg zu werden.

Die größeren Hostien, die der Priester zum Zelebrieren verwendet, werden mit einer Spezialmaschine einzeln ausgestochen. Da gibt es verschiedene "Sorten": ganz glatte Hostien oder solche, in die ein religiöses Motiv eingebacken wird. 

In diesem Fall erfordert das Ausstechen große Sorgfalt, damit das Motiv unversehrt bleibt.

Ganz besonders wichtig aber ist das begleitende Gebet. Dadurch wird die Arbeit zum Apostolat und die Bäckerin bereitet wie Johannes der Täufer als "Freund des Bräutigams" dem Herrn den Weg zu den Herzen der Menschen. Möge er sie weit offen finden, damit er eintreten kann, um Mahl zu halten mit seinen Freunden!

(c) Karmel Innsbruck
Design & Code by:
Harald Fleißner