Karmel St.Josef 

Karmel St.Josef im Gründungsjahr 1846

Der Karmel St. Josef wurde 1846 vom Innsbrucker Lithographen Johann Nep. Kravogl gegründet. Aus dem damals berühmten Karmel von Prag kamen drei Schwestern unter der Leitung der jungen Priorin Sr. ALOYSIA vom Herzen Jesu (Theresia Dichtl) aus dem Böhmerwald, aus Ogfolderhaid nahe Oberplan, der Heimat des fast gleichaltrigen Dichters Adalbert Stifter.

 

Das zum Kloster umgebaute "Memminger-Schlössl" stand damals noch am Sillkanal im "Dorfe Wilthau"  und war von Maisfeldern und Äckern und von einladender Stille umgeben. 

 

In den ersten drei Monaten traten zehn Kandidatinnen ein. Damit wurde bald ein Neubau nötig, dem ein Großteil des Gartens zum Opfer fiel.

 

Zu den großen Förderern der ersten Stunde gehörte Clemens Graf von Brandis, der  "Schutzengel von Tirol" , der Abt des nahen Stiftes Wilten, Abt Alois Röggl, sowie die Edle Valerie von Friedau, die einige Zeit selbst als Novizin im Karmel gelebt hatte.

 

Als zwei Jahrzehnte später in unmittelbarer Nähe der Bahnhof gebaut wurde, entstand in kurzer Zeit ein neuer Stadtteil -  Wilten - und um Stille und Ruhe war es geschehen. Darum dachte man schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts daran, das aufblühende Kloster zu verlegen; es fand sich aber keine passende Alternative.

 

Die beiden Weltkriege fügten der Klostergemeinschaft schweren Schaden zu. Wurde im I. Weltkrieg der Hunger und die Unterernährung bedrohlich, so mussten  im II. Weltkrieg die jüngeren Schwestern  die Klausur verlassen, um in einer Lazarettküche Dienst zu machen. Bedingt durch die unmittelbare Nähe zum Bahnhof wurde das Kloster wiederholt bombardiert, bis beim letzten Bombenangriff Kirche und Schwesternchor völlig zerstört wurden.

Der äußere Wiederaufbau war mühsam und langwierig; er konnte erst um 1979 vollendet werden. Der Aufbau der Gemeinschaft hingegen gelang sehr rasch: schon bald war die Vollzahl von 21 Schwestern erreicht.

 

Mit wachsendem Wohlstand setzte um 1980 ein so starker Bauboom ein, dass sich die Lebensqualität des bald zwischen Eisenbahn und 5-Stock-hohen Neubauten eingezwängten Klosters  so sehr verschlechterte, dass nach langem Zögern der Entschluss gefasst wurde, den Karmel an einen ruhigeren Ort zu verlegen.

 

Die Suche war lang und mühevoll - 26 verschiedene Möglichkeiten wurden geprüft, bis  der entscheidende  Hinweis auf ein Grundstück in Mühlau kam, den wir wie einen Fingerzeig Gottes selbst empfangen. Wieder dürfen wir, wie zu Beginn der Gründung, dem damaligen Bürgermeister der Stadt, DDr. Herwig van Staa, dem Abt von Wilten, Raimund Schreier und unserem damaligen Bischof - jetzt Erzbischof von Salzburg, Dr. Kothgasser danken, dass die Verlegung zustande kam.

Die am 20. April 1945

zerstörte Klosterkirche

Die Umgebung des Klosters um 1995

Am 17.September 2001 erfolgte der Erste Spatenstich und genau 18 Monate später, am 19. März 2003 fand die Schlüsselübergabe statt. Am 8. Mai feierten wir die letzte hl. Messe im alten Kloster und am Herz-Jesu-Fest, 27. Juni 2003 wurde das neue Kloster durch Erzbischof Dr. Kothgasser feierlich eingeweiht.

 

So schmerzlich der Abschied für manche Schwestern war, so dankbar sind wir für das neue Kloster und besonders auch dafür, dass unsere liebe Klosterkirche in der Adamgasse bestehen bleiben darf, während das Klosstergebäude bereits abgerissen wurde.

(c) Karmel Innsbruck
Design & Code by:
Harald Fleißner